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“Kraftort Schule”: Treffen mit polnischen Schüler*innen in Tychy

Im polnischen Tychy hatten die Pilger/innen einen richtigen “Mutmacher-Termin”. Sie sprachen mit mehreren Schulklassen und stießen auf interessierte und sehr gut informierte Schüler/innen unterschiedlicher Alterklassen: “Wir erzählten über uns, unsere Ziele unseren Weg und fragten die Schüler aus. Und umgekehrt.”, erzählt Langzeitpilger Wolfgang Eber. “Sie sprachen gut genug englisch, um Fragen stellen zu können und die Antworten zu verstehen. Es gab einen tollen Dialog. Diesmal hatten alle Schüler*innen schon vom Klimawandel gehört und auch Vorschläge, was man tun könne.” Einige Schüler*innen besuchten sogar – nach Schulschluss – noch eine zweite Gruppe, weil sie es so interessant fanden.

Auch der Lehrer der Klasse beeindruckte die Pilger*innen sehr – er ist Mitglied in einem Umweltaktivisten-Netzwerk und beobachtet hier die Luftqualität. Tychy hat rund 130.000 Einwohner und befindet sich in einer Steinkohle-Region. Die Stadt wird heute wirtschaftlich vor allem durch die Automobilindustrie geprägt.

Der Besuch  hat die Pilger/innen so beeindruckt, dass sie spontan einen Brief an die Schule schrieben und übergaben (Originaldokument als pdf). In dem Schreiben heißt es:

“Wir sind sehr beeindruckt von ihrem Wissen über die Problematik des
Klimawandels, der auch uns beschäftigt und uns Sorge bereitet.
Wir sind sehr beeindruckt von ihrer Schule, die ein großes Engagement ihrer Lehrer und Schüler ausstrahlt. (…). Vor der Menschheit stehen große Probleme der Umstellung, der Änderung unseres Bewusstseins und unseres Verhaltens, um unsere Welt angenehm und menschlich
für alle zu erhalten. Unsere Diskussionen in ihren Schulklassen und mit den Lehrerinnen und Lehrern waren für uns sehr anregend und motivierend.
Wir werden mit noch größerer Motivation unseren Pilgerweg für
Klimagerechtigkeit nach Katowice fortsetzen.”

 

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Missionierende Orden rufen zu Gebetskette für Klimapilger auf

Elisabeth Biela, Vorsitzende der Konferenz der missionierenden Orden, hat für 7. bis zum 9. Dezember 2018 zu einer Gebetskette für die Klimapilger aufgerufen. In einem Schreiben an die höheren Oberinnen und Oberen
der missionierenden Orden informiert sie diese über die in Katowice stattfindende 24. UN-Klimakonferenz und das Anliegen der Klimapilger und bittet um Unterstützung:

“Als Vorsitzende der KMO bitte ich alle missionierenden Orden, sich in den letzten drei Etappentagen des Pilgerzuges vom 7. bis zum 9. Dezember 2018 im Gebet den Fußpilgern anzuschließen. Denn die zunehmenden politischen und wirtschaftlichen Widerstände, die das notwendige globale Handeln behindern und gefährden, können nur überwunden werden, wenn wir uns nicht zuletzt auch auf den Schöpfer besinnen, der uns allen die Erde anvertraut hat, damit wir uns für Gerechtigkeit, Frieden und das Wohlergehen von Mensch und Natur wirksam einsetzen.”

Die Klimapilger/innen freuen sich sehr über diesen Aufruf und danken all denjenigen, die im Gebet mit ihnen sind.

 

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Im Reich der Kohle: Respektvoller Dialog mit Bergleuten in Czerwionka

Ausgerechnet am Festtag der heiligen Barbara – der Schutzpatronin der Bergleute – wurde die Pilgergruppe in Czerwionka von Bergleuten empfangen. Doch dies tat deren Gastfreundschaft keinerlei Abbruch. In einer ehemaligen Zeche – wo heute ein Bergbau-Museum untergebracht ist – wurden die Pilgerinnen mit einer festlich gedeckten Tafel überrascht. Die Bergleute empfingen die Pilger/innen in ihrer “Paradeuniform” und sehr herzlich, obwohl ihnen laut eigener Aussage klar war, dass der Kohleausstieg zu den wichtigsten Forderungen der Klimapilger gehört.

Wiesław Janiszewski, Bürgermeister von Czerwionka-Leszczyn,  begrüßte die Pilger/innen. Die Übersetzung seiner Rede übernahm Henryk Reske, Pfarrer der Evangelisch-Augsburgischen Gemeinde in Czerwionka.

Pilger Wolfgang Eber bedankte sich für die Gastfreundschaft und erzählte vom Hintergrund des 3. Ökumenischen Pilgerwegs für Klimagerechtigkeit. “Wir wissen, dass der Kohleausstieg in Polen viel schwerer zu realisieren ist, als in Deutschland. Wir sehen, dass die Bergleute in den letzten Jahrzehnten für Polen schwere und wertvolle Arbeit geleistet haben und noch leisten.”

Er betonte, dass sie nicht gekommen seien, um Polen Ratschläge für seine Energiepolitik zu geben, sondern hier die Menschen zu treffen und die Probleme kennenzulernen . “Wir würden uns aber sehr darüber freuen, wenn auch hier ein Umdenken beginnt und Stromerzeugung mit Windenergie und Photovoltaik Einzug hält.”

Nach dem Essen durften die Pilger/innen noch in den privaten, inoffiziellen Museumsteil wo sie alte Grubengegenstände wie Grubenlampen, Presslufthämmer und Atemgeräte nicht nur besichtigen, sondern auch mal in die Hand nehmen durften. “Anhand des großen Gewichts wurde mir schnell klar, wie schwer die Arbeit der Bergleute war”, so Wolfgang Eber.

Foto: Wiesław Janiszewski (vorn links mit Mikrofon), Bürgermeister von Czerwionka-Leszczyn, begrüßt die Pilger/innen (rechts daneben Henryk Reske, Pfarrer der Evangelisch-Augsburgischen Gemeinde in Czerwionka.

Foto: Die internationale Pilgergruppe im Bergbau-Museum

Foto: Vor der stillgelegten Kokerei von Czerwionka.

Foto: Straßenpilgern im Regen. Auf dem Weg nach Czerwionka sahen die Pilger/innen auch zahlreiche Kohlefördertürme und nicht-renaturierte Abraumhalden.

 

 

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