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Schon 13.000 Kilometer für Klimagerechtigkeit

Knapp einen Monat nach ihrem Start in Bonn haben die Klimapilger schon 13.000 Kilometer „unter den Füßen“. Insgesamt 777 Teilnehmer/innen hatten die einzelnen Tagesetappen insgesamt*, darunter auch 250 Grundschüler, zahlreiche Pfarrer/innen und Pastor/innen und auch vierbeinige Begleiter wie Lamas und Hunde. Auf ihrem rund drei Monate andauernden und 78 Tagesetappen umfassenden Weg sind täglich kleine und große Veranstaltungen, Andachten, Aktionstage und Demonstrationen geplant.

*Summe der Tagespilgerzahlen/Mehrtagespilger werden mehrfach gezählt

Bild: Klimapilger/innen auf dem Weg von Jeinsen nach Hannover, Etappe 25 (c) Pilgerweg für Klimagerechtigkeit

Pilger trotzen Wind und Regen und tanken Energie im Umweltzentrum

Der dritte Regentag brachte den 26 Pilgern, die heute unbeirrt von Springe nach Jeinsen aufbrachen auch noch heftigen Gegenwind – und das von morgens bis abends. Dennoch hielt die Mehrheit durch und lief die gesamten 26 Kilometer zu Fuß. Und das hat sich gelohnt, denn auf dem Weg lag mit dem Energie- und Umweltzentrum am Deister nicht nur eine gute Aufwärm- und Versorgungsstation. Hier „tankten“ die Pilger  zudem viele interessante Informationen rund um Klima und nachhaltiges Bauen.

Das Energie- und Umweltzentrum (e.u.[z.]) am Deister arbeitet seit seiner Gründung im Jahr 1981 in den Themenfeldern energieeffizientes und
ressourcenschonendes Bauen, intelligente Energienutzung sowie erneuerbare Energien. Architekten, Energieberater, Planer und ausführende Handwerker können sich anhand der zahlreichen Demonstrationsobjekte, bei individueller Beratung und vor allem in den Seminaren und Tagungen des e.u.[z.] Wissen zum nachhaltigen und energieeffizienten Bauen und Modernisieren aneignen. Zudem bieten die e.u.[z.]-Experten Energie-Coaching-Programme zur intelligenten Energienutzung an Schulen und
in Verwaltungen an. Das e.u.[z.] beherbergt das Regionale Umweltbildungszentrum (RUZ) und unterbreitet viele Angebote zum naturnahen Lernen.
Fotos: (c) Pilgerweg für Klimagerechtigkeit

Zwei Lamas öffnen die Herzen: Tierische Verstärkung für die Klimapilger

Iska und Luna sind ausdauernd, neugierig und gelassen – und haben jeweils vier Beine. Die beiden Lamas verstärken nicht nur die Klimapilger, sondern auch ihre „Öffentlichkeitsarbeit“. So haben sich die kuscheligen Tiere heute auf der 25 Kilometer weiten Strecke zwischen Paderborn und Bad Driburg als wahre „Tür- und Herzöffner“ erwiesen für gute Gespräche am Wegesrand.

Begleitet werden die beiden Lama-Stuten von Pfarrerin Ulrike Schaich aus Nürtingen. Sie hat viel Erfahrung mit der artgerechten Haltung von Lamas und bietet regelmäßig geführte Wanderungen mit ihnen an. Die von den Kamelen abstammenden, wanderfreudigen Tiere sind nicht nur perfekt geeignet, um über die Themen des Klimapilgerns ins Gespräch zu kommen. Wer mit einem Tier wandert, der gewinnt auch wie von selbst einen anderen Blick auf die Schöpfung und Respekt vor ihren Geschöpfen. Zudem geht es beim Pilgern um Ruhe, Gelassenheit, Meditation und Vertrauen – da sind die entspannten Lama-Damen genau die richtigen Begleiterinnen. Ulrike Schaich weiß das und hofft, dass Iska und Luna möglichst viele Menschen zum Nachdenken über einen nachhaltigen Lebensstil anregen. Sie selbst ist rund um die Uhr für ihre beiden „Türöffner“ da, sogar nachts, wenn sie zwischen ihnen auf der Wiese übernachtet, selbst bei klirrendem Bodenfrost.

250 Grundschulkinder pilgern mit fürs Klima / 2.400 Kilometer an einem Tag

Insgesamt 2.451 gelaufene Kilometer an einem Tag? Das geht nur mit „laufkräftiger“ Unterstützung – und davon hatten die Klimapilger heute jede Menge:

Insgesamt 225 Grundschulkinder und eine 12. Klasse sorgten für jede Menge frischen Rückenwind für die Pilgerinnen und Pilger.  Sie kamen von den Grundschulen in Scharmede und Borchen sowie von der St. Michaelsschule Paderborn. Die Grundschulkinder trugen selbst gebastelte Klimapilger-Anstecker mit ihrem Namen und hielten gut mit: Über 100 schafften es bis zur Mittagsstation! Hier stärkten sich kleine und große Pilger/innen dankbar mit „Kartoffelpizzas“ der St. Georg Pfadfinder.

Besonders „stärkend“ war zudem die geistige Nahrung – die Gespräche auf dem Weg: „Warum macht ihr das? Was können wir für das Klima tun? Was ist Klimagerechtigkeit? Was hat das mit der Kirche zu tun?“ Auf diese Fragen waren die Kinder nicht nur neugierig, sondern hatten sich auch schon auf das Thema vorbereitet. Besonders intensiv war das bei den Jugendlichen der 12. Klasse zu spüren – denn diese haben sich im Leistungskurs Geographie mit dem Thema Klimagerechtigkeit auseinandergesetzt. Bei soviel Gesprächsstoff war es kein Wunder, dass die Mehrheit über 15 Kilometer durchhielt – und insgesamt 35 sogar die Gesamtstrecke von 23,6 Kilometern. Respekt!

„Solche Erlebnisse sind es, die uns nach vergleichsweise öden Tagen wieder aufbauen und uns gerne noch 1.000 km weiter gehen lassen“, freut sich Langzeitpilger Wolfgang Eber. Schließlich waren die Pilger am Vortag allein durch kalten Regen gelaufen und konnten diesen neuen Energieschub gut gebrauchen.

Daher an dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Kinder, ihre Lehrer und die Schule für dieses wunderbare Miteinander im Sinne der Klimagerechtigkeit!

Fotos: (c) Pilgerweg für Klimagerechtigkeit