Gegen das Meer der Gier: Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche

Ist Gott enttäuscht über unser achtloses verschwenderisches Leben? Ertrinken  wir alle in einem Meer der Gier? Bärbel Wartenberg-Potter rüttelte heute Abend in der Leipziger Nikolaikirche mit ihrer Predigt auf. Die frühere nordelbische Bischöfin begrüßte die Pilger*innen beim traditionellen Friedensgebet und lobte auch ihr Engagement: “Sie laufen, Sie gehen, Sie stehen auf – um Gottes Auftrag zu wahren. Das ist mutig, gottesnah und vorbildlich.”

In ihrer Predigt ging sie auf die Geschichte der Arche Noah ein und stellte die Frage, ob die Menschheit die Sintflut wirklich hinter sich hätte: Leben wir wirklich nach Noah? Oder steht uns die Sintflut noch bevor? “Gott muss die Erde nicht zerstören, dass tun wir schon selbst”. Eindrücklich forderte sie dazu auf, die gesamte Schöpfung zu bewahren und schloss die Tiere und die Natur mit ein. Die Bewahrung der Schöpfung sei heute schon nicht mehr möglich, aber weniger Zerstörung sei noch machbar. “Die Erde gehört nicht uns, sie ist uns nur geliehen, anvertraut. Gerechtigkeit ist nicht ohne Friede möglich, und Friede nicht ohne Schöpfung – das ist die Weltformel.”

Beim Gottesdienst kamen auch die Pilger selbst zu Wort und berichteten von ihren Eindrücken vom Weg. So erzählte Langzeitpilger Wolfgang Löbnitz von einer Wierderbegegnung mit Schülern in Hagen. Diese hatten die Klimapilger schon 2015 getroffen und sie waren damals so beeindruckt, dass sie sich inzwischen selbst für Klimagerechtigkeit engagierten mit “Plant for the planet” . Dies zeige, dass auch kleine Aktionen wie das Pilgern große Wirkung zeigen können.

Dauerpilger Christian Seidel bekräftigte noch mal die Forderungen nach Globaler Klimagerechtigkeit, Generationen-Gerechtigkeit (“Enkel- Gerechtigkeit”) und sozialer Gerechtigkeit.

 

Fotos: (c) Pilgerweg für Klimagerechtigkeit

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