Planetare Grenzen und ihre Grundlagen in der Erdsystemforschung

Sa, 26. Sep. 2020 von 10:00 bis 12:00 h


Referent:

Dr. Jonathan Donges
Dr. Jonathan Donges

Dr. Jonathan F. Donges, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung

Der zunehmende Einfluss menschlicher Aktivitäten auf das Erdsystem hat im Anthropozän globale Maßstäbe angenommen und multiple Krisen wie die menschengemachte globale Erwärmung, die zunehmende Zerstörung der Integrität und Vielfalt der Biosphäre und chemische Umweltverschmutzung verursacht. Diese Krisen sind nicht unabhängig voneinander, sondern wechselwirken und verstärken sich teils gegenseitig.

Das integrierte Nachhaltigkeitskonzept der planetaren Grenzen identifiziert neun Prozesse wie das globale Klimasystem oder die Biosphärenintegrität, die die Stabilität und Widerstandsfähigkeit des Erdsystems in besonderem Maße regulieren. Es schlägt quantitative planetare Grenzen entlang dieser neun Dimensionen vor, innerhalb derer sich die Menschheit auf Basis eines stabilen, Holozän-ähnlichen Erdsystems für die kommenden Generationen weiterentwickeln und gedeihen kann. Das Überschreiten dieser Grenzen erhöht das Risiko, abrupte oder irreversible Umweltveränderungen in großem Maßstab zu verursachen, die tiefgreifend negative Folgen für menschliche Gesellschaften auslösen würden. Das Konzept der planetaren Grenzen hat in Wissenschaft, Politik und Praxis in den letzten Jahren großes Interesse geweckt. Zum Beispiel stellt die Bundesregierung in der Neuauflage 2016 der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie fest, dass “die planetaren Grenzen unserer Erde zusammen mit der Orientierung an einem Leben in Würde für alle die absoluten Leitplanken für politische Entscheidungen bilden“.

In diesem Vortrag stelle ich das Konzept der planetaren Grenzen und seine wissenschaftlichen Grundlagen in der Erdsystemforschung vor, mit einem besonderen Fokus auf das zugrundeliegende Phänomen der Kipppunkte im Erdsystem. Weiterhin gebe ich einen Ausblick auf mögliche Erweiterungen des Konzepts um gesellschaftliche Dimensionen, wie sie etwa im Oxfam Doughnut vorgeschlagen wurden, und in die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen eingeflossen sind.

Über Dr. Jonathan F. Donges

Dr. Donges studierte Physik in Bonn, Potsdam und San Diego und promovierte 2012 an der Humboldt Universität Berlin. Er ist derzeit Arbeitsgruppenleiter am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung wie auch Mitarbeiter am Stockholm Resilience Centre der Universität Stockholm. Er hat wegweisende Forschungsergebnisse veröffentlicht und renommierte Wissenschaftspreise erhalten.

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