Im Reich der Kohle: Respektvoller Dialog mit Bergleuten in Czerwionka

Ausgerechnet am Festtag der heiligen Barbara – der Schutzpatronin der Bergleute – wurde die Pilgergruppe in Czerwionka von Bergleuten empfangen. Doch dies tat deren Gastfreundschaft keinerlei Abbruch. In einer ehemaligen Zeche – wo heute ein Bergbau-Museum untergebracht ist – wurden die Pilgerinnen mit einer festlich gedeckten Tafel überrascht. Die Bergleute empfingen die Pilger/innen in ihrer “Paradeuniform” und sehr herzlich, obwohl ihnen laut eigener Aussage klar war, dass der Kohleausstieg zu den wichtigsten Forderungen der Klimapilger gehört.

Wiesław Janiszewski, Bürgermeister von Czerwionka-Leszczyn,  begrüßte die Pilger/innen. Die Übersetzung seiner Rede übernahm Henryk Reske, Pfarrer der Evangelisch-Augsburgischen Gemeinde in Czerwionka.

Pilger Wolfgang Eber bedankte sich für die Gastfreundschaft und erzählte vom Hintergrund des 3. Ökumenischen Pilgerwegs für Klimagerechtigkeit. “Wir wissen, dass der Kohleausstieg in Polen viel schwerer zu realisieren ist, als in Deutschland. Wir sehen, dass die Bergleute in den letzten Jahrzehnten für Polen schwere und wertvolle Arbeit geleistet haben und noch leisten.”

Er betonte, dass sie nicht gekommen seien, um Polen Ratschläge für seine Energiepolitik zu geben, sondern hier die Menschen zu treffen und die Probleme kennenzulernen . “Wir würden uns aber sehr darüber freuen, wenn auch hier ein Umdenken beginnt und Stromerzeugung mit Windenergie und Photovoltaik Einzug hält.”

Nach dem Essen durften die Pilger/innen noch in den privaten, inoffiziellen Museumsteil wo sie alte Grubengegenstände wie Grubenlampen, Presslufthämmer und Atemgeräte nicht nur besichtigen, sondern auch mal in die Hand nehmen durften. “Anhand des großen Gewichts wurde mir schnell klar, wie schwer die Arbeit der Bergleute war”, so Wolfgang Eber.

Foto: Wiesław Janiszewski (vorn links mit Mikrofon), Bürgermeister von Czerwionka-Leszczyn, begrüßt die Pilger/innen (rechts daneben Henryk Reske, Pfarrer der Evangelisch-Augsburgischen Gemeinde in Czerwionka.

Foto: Die internationale Pilgergruppe im Bergbau-Museum

Foto: Vor der stillgelegten Kokerei von Czerwionka.

Foto: Straßenpilgern im Regen. Auf dem Weg nach Czerwionka sahen die Pilger/innen auch zahlreiche Kohlefördertürme und nicht-renaturierte Abraumhalden.