Weltklimakonferenz

WORUM GEHT’S BEI DER 21. WELTKLIMAKONFERENZ?

Ende des Jahres soll bei der Weltklimakonferenz in Paris ein Abkommen mit Verpflichtungen für alle Staaten verabschiedet werden. Das neue Abkommen muss ambitioniert, gerecht und völkerrechtlich bindend vereinbart werden, damit die globale Erwärmung auf unter 2 Grad Celsius begrenzt wird. Die Industrieländer stehen in einer höheren Verantwortung, drastisch ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren, weil sie den Klimawandel verursacht haben.

Auch die hochemittierenden Schwellenländer wir Indien und China müssen sich beteiligen. Daher muss das Pariser Abkommen auch regeln, dass die Entwicklungsländer ausreichend bei ihren Minderungsvorhaben durch die reichen Länder finanziell unterstützt werden. das Abkommen muss sich an den Bedürfnissen der ärmsten und verletzlichsten Staaten ausrichten, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, aber jetzt schon am meisten unter den Auswirkungen leiden. Das Abkommen von Paris muss signalisieren, dass die Menschen in diesen Ländern eine Hoffnung auf eine Zukunft haben dürfen und die Staatengemeinschaft sie nicht mit dem Klimawandel allein lässt. Das Risiko muss auf alle Schultern verteilt, aber ebenso die Chancen müssen allen Zuteil werden. Klimaschutz darf nicht mehr als Bürde verstanden werden, sondern vielmehr muss es in Paris gelingen, den Weg in eine ressourceneffiziente und kohlenstoffarme Zukunft zu ebnen.

EIN NEUES ABKOMMEN GEGEN DEN KLIMAWANDEL

Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern, dass dieses neue Abkommen gerecht und verbindlich sein und mit möglichst ambitionierten Zielen den Rahmen dafür schaffen muss, die globale Erwärmung auf höchstens 2°C zu begrenzen. Dafür muss das Abkommen eine langfristige Zielaussage enthalten, die einen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger und eine Zukunft mit 100% Erneuerbaren Energien vorsieht.

Weitere zentrale Themen im Abkommen sind:

  • Klimaschutz: alle Vertragspartner müssen einen Beitrag zur Emissionsreduktion leisten. Dies soll nach dem Prinzip der „gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortung“ geschehen, aber auch die unterschiedlichen Fähigkeiten der beteiligten Länder in den Blick nehmen.
  • Klimafinanzierung: Die besonders vom Klimawandel betroffenen Länder werden zusätzliche Unterstützung benötigen. Bereits beim Klimagipfel in Kopenhagen (2009) haben die reichen Länder versprochen ab dem Jahr 2020 für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen 100 Mrd. USD jährlich bereitzustellen. Die Gelder müssen zusätzlich zu den Entwicklungsmitteln sein.
  • Verluste und Schäden: es ist absehbar, dass in einigen Weltregionen massive Folgen des Klimawandels nicht mehr verhindert werden können. Ein globales Ziel zur Befähigung, sich an den Klimawandel anzupassen (Klimaresilienz), soll Bestandteil des neuen Abkommens sein.
  • Sofortmaßnahmen: bereits vor 2020, wenn das neue Abkommen in Kraft treten soll, müssen die globalen Emissionen reduziert und eine klimafreundliche Lebens- und Wirtschaftsweisen gefördert werden.
  • Überprüfung: da der Klimawandel aus vielen komplexen Prozessen besteht und sich außerdem technische Möglichkeiten schnell verändern können, fordern die Nichtregierungsorganisationen, dass die Vertragsstaaten gemäß der wissenschaftlichen Erfordernisse regelmäßige Fristen für die Überprüfung ihrer Vereinbarungen festlegen.

WARUM PILGERN WIR?

Mit „Geht doch!“ und den vielen anderen Pilgerinnen und Pilgern weltweit fordern wir Klimagerechtigkeit ein und internationale Solidarität mit den Ärmsten und Verletzlichsten gegenüber dem gefährlichen Klimawandel. Auf dem Pilgerweg nach Paris möchten wir Beispiele in Augenschein nehmen, in denen klimafreundliches Leben heute schon möglich ist. Aber wir wollen auch nicht die Augen vor den großen Baustellen in unserem Land verschließen. Gemeinsam mit Pilgerinnen und Pilgern in aller Welt übernehmen wir Verantwortung für Gottes Schöpfung und probieren während der gemeinsamen Zeit auf dem Weg ein Leben mit begrenzten natürlichen Ressourcen aus.

MIT DEM KLIMAWANDEL LEBEN

Schon jetzt leben viele Menschen mit den Folgen des Klimawandels. Beispiele dafür werden zum Beispiel in den Blogs der Trägerorganisationen Misereor und Brot für die Welt berichtet:

In den Philippinen ist der Klimawandel Tag für Tag Realität
Wir leben mit der Unsicherheit (Nepal)
Anpassungsstrategie dringend gesucht (Russland)

SCHON JETZT AKTIV WERDEN

Das entwicklungspolitische Netzwerk ACT Alliance hat eine Kampagne gestartet: ACT Now for Climate Justice. Eine Petition, die ihr hier unterzeichnen könnt, soll während der 21. Weltklimakonferenz in Paris an die Entscheidungsträgerinnen und -träger übergeben werden.